Bericht Cites Fälschungen

Boa Markt in Deutschland entwickelt sich immer mehr zur Crime -Scene

Wie wir bereits auf unserer Seite "Mischlingsboas" hingewiesen haben, hat inzwischen sogar der dümmste Züchter von Boa constrictor gemerkt, dass Mischlingsboas nicht mehr an den Mann/die Frau zu bringen sind.

Die Folge davon ist, dass alle Mischlingsboas wie durch ein Wunder über Nacht in der Versenkung verschwunden sind und mittlerweile nur noch "reinrassige Boas" angeboten werden. Dass adulte Mischlingsboas kurzerhand zu Wildfängen erklärt werden, um deren Junge vermarkten zu können, ist beinahe schon gängige Praxis. In so einem Fall soll man nicht nur die Einfuhrpapiere verlangen, sondern auch mit dem Vorbesitzer der Tiere sprechen um herauszubekommen, ob die Papiere zu den angeblichen Wildfängen passen.

Dass die potentiellen Käufer hier oft angelogen werden dass sich die Balken biegen (was die Herkunft der Tiere und die Reinrassigkeit betrifft) hat sich allerdings inzwischen sogar bei den gutgläubigsten Boa Interessenten herumgesprochen.

Eine neue Entwicklung ist aber, dass zum Betrug auch noch die Urkundenfälschung hinzukommt. Dieses Foto einer gefälschten Cites - Bescheinigung erhielten wir von einem Schlangenhalter aus Österreich, der in Deutschland ein Pärchen Mischlingsboas kaufte, die ihm als "Corn Island Boas" angeboten worden waren.

Als Verkaufsargument wurde hier der Spitzenreiter in den Betrugslegenden verwendet: "Die Tiere wurden aus dem Verbreitungsgebiet nach Deutschland geschmuggelt und vom Zoll beschlagnahmt. Daher sind sie reinrassig. Ich habe sie von den Zollbeamten bekommen und verkaufe sie nun."

Diese Story ist nicht neu, wir haben schon oft gehört dass mit dieser Masche die Leute übers Ohr gehauen wurden. Neu ist hier, dass dieses mal die Betrugsstory sogar mit einer gefälschten Cites - Bescheinigung untermauert wurde:

.... übrigens kann der Zoll genauso wenig eine Cites - Bescheinigung ausstellen wie das Landwirtschaftsministerium einen Reisepass. Insofern ist diese Fälschung an Dummheit nicht mehr zu überbieten.

 

Boa constrictor Mischlinge erkennen | Mischlingsboa Erkennungsmerkmale | Mischlingsboa erkennen | Bastard Boa constrictor | Boa constrictor Kreuzung Erkennungsmerkmale | Bastardboa erkennen | Reinrassige Boa von Mischlingsboa unterscheiden

.... und hier ist das Original, aus dem die Fälschung hergestellt wurde *
(beachten Sie die identische Unterschrift und die identische Form der Kreuze in den Kästchen)

* Wir haben jetzt erfahren, dass es sich bei der unteren Cites - Bescheinigung ebenfalls um eine Fälschung handelt. Dieses Dokument ist bei der entsprechenden Behörde überhaupt nicht ausgestellt worden

Es ist also so, dass aus einer ohnehin schon gefälschten Cites - Bescheinigung erneut eine Fälschung hergestellt wurde (von einer anderen Person als bei der ersten Fälschung). Soviel zum Thema Ehrlichkeit beim Verkauf von Boas und Verlässlichkeit von Cites - Bescheinigungen ...

... bleibt noch zu erwähnen dass die Ermittlungen der Behörden schon im Gange sind.

PS: Der Name des betrügerischen Verkäufers wurde uns nicht mitgeteilt. Anfragen sind also zwecklos.

...  Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es gängige Praxis in Deutschland ist, Mischlinge als reinrassige Boas zu verkaufen.

Wir wurden kürzlich wieder mit so einem Fall konfrontiert als uns eine Bekannte einen Wurf Hog Island Boas zum Kauf anbot. Bei unseren Recherchen stellte sich heraus, dass sie beim Erwerb der Eltern über´s Ohr gehauen worden war. Man hatte ihr Hog Island/Amarali Mischlinge als reinrassige Hog Island Boas verkauft.

Das Email unserer Bekannten veröffentlichen wir mit ihrem Einverständnis um zu zeigen, dass das Misstrauen beim Boa Kauf gar nicht groß genug sein kann, was die Reinrassigkeit betrifft.

"Ich möchte mich herzlich bei Ihnen bedanken, denn Sie waren es, der den Irrtum aufgedeckt hat. Allenfalls halten Sie mich jetzt für dumm. Das ist gemessen an dem Ärger, den die Folgen eingebracht hätten, wenn ich die Tiere naiv als Hog Islands verkauft hätte und sicherlich auch weiter gezüchtet hätte, eigentlich zu verschmerzen.

Ich versuche die Tiere jetzt eben als Mischlinge günstiger zu verkaufen und hoffe auf dennoch verständige Käufer. Ein 1.0 kommt bereits in wirklich gute Hände. Hoffentlich geht es den anderen Tieren auch so. Außerdem mache ich mir natürlich aller größte Vorwürfe, nicht wie Sie intensiver nachgeforscht zu haben. Eigentlich darf man einfach nicht vertrauen, sondern muss sich ausschließlich an Fakten halten, die eben oft sehr mühsehlig zu erfahren sind. 

Für meine anderen Tiere überprüfe ich gerade die Hintergründe sehr genau. Aus Fehlern lernt man eben.
Herrn *******  habe ich übrigens telefonisch bis heute nicht erreicht und ihm daher geschrieben. Bin auf die Reaktion gespannt, verspreche mir aber nicht all zu viel.

Also nochmals vielen Dank und viel Erfolg für Sie!

Gruß
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